Das gab die Bonner Mannschaft, die erst kürzlich ihr Radsport-Engagement bis 2010 bestätigt hatte, gestern bekannt. "Wir werden nicht alles hinwerfen, weil Bernucci einen Appetitzügler benutzte. Das wäre nicht das, was wir unter Verantwortung übernehmen verstehen. Dieser Fall zeigt, wie extrem fragil die ganze Sache ist", reagierte Christian Frommert, der Chef der Konzern-Kommunikation, auf die neue Schock-Nachricht. Frommert nannte die Aktion des Italieners eine "Dummheit"und wies darauf hin, wie sehr der Erfolg in einem glaubwürdigen Anti-Doping-Kampf vom Vorgehen "einzelner Personen" ab hänge.
Team-Manager Bob Stapleton sagte: "Wir wissen nicht, ob dies ein Versuch war, die Leistung zu steigern oder ein fehlerhafte Einschätzung Ber nuccis. Wir wissen aber, dass es inakzeptabel ist, dass Fahrer Medikamente ohne Erlaubnis des Teamarztes nehmen. Das ist ein klarer Verstoß gegen unseren Verhaltens-Codex und auf dieser Basis handeln wir nun."
Bernucci sagte, er benutzte das Mittel bereits seit vier Jahren, und wusste nicht, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) den darin enthaltenen Wirkstoff Sibutramin im vergangenen Jahr auf die Liste der verbotenen Substanzen gesetzt hatte. Er war bei der Deutschland-Tour positiv getestet worden. (dpa/jam)