Am Sonntag feuerten die Truppen nach Angaben von Aktivisten in der Stadt Deir el Sur im Osten Syriens in einen Trauerzug für einen erschossenen Menschenrechtler. Angaben über Tote oder Verletzte lagen von dort zunächst nicht vor. Derweil trafen die Mitglieder der Arabischen Liga bei einem kurzfristig anberaumten Treffen in Kairo zusammen, um über einen Ausschluss Syriens aus der Organisation diskutieren.

Bei dem Begräbnis am Sonntag in Deir el Sur hatten sich rund 7000 Menschen versammelt, um den getöteten Menschenrechtler zu betrauern und den Rücktritt von Präsident Assad zu fordern, wie ein Sprecher des Observatoriums für Menschenrechte in Syrien (SOHR) mit Sitz in London sagte. Der am Samstag erschossene Siad al Obeidi hatte für die Organisation in Syrien gearbeitet. In der Nähe von Damaskus hätten Regierungstruppen Häuser gestürmt und mindestens 44 Aktivisten verhaftet.

Bereits am Samstag war der Opposition zufolge in Damaskus eine Person getötet worden, die in der Hauptstadt an einer Trauerprozession für einen tags zuvor getöteten 14-Jährigen teilnahm, wie das SOHR und die Örtlichen Koordinationskomitees berichteten. Fünf weitere Personen sollen verletzt worden sein. Der Junge war eines von elf Todesopfern, die es am Freitag in Syrien gab.

Mit schweren Waffen gingen die Regierungssoldaten laut Berichten des Aktivisten Mustafa Osso und der Koordinierungskomitees in Homs vor. Dort sollen sie mit gepanzerten Fahrzeugen mehrere Stadtviertel unter Feuer genommen haben. Dabei seien drei Menschen ums Leben gekommen, hieß es. Die Stadt ist eine der Hochburgen der Proteste gegen Assads Regime. In jüngster Zeit kam es dort vermehrt zu Zusammenstößen zwischen Deserteuren und Regierungstruppen. Die übergelaufenen Soldaten lieferten sich dort, wie auch in anderen Teilen Syriens, Gefechte mit Regierungstruppen.

Präsident Assad setzte am Samstag ein 29-köpfiges Komitee ein, das eine neue Verfassung entwerfen soll. Der Schritt ist Teil der Reformversprechen des Präsidenten, mit denen er versuchte, die Unruhen zu besänftigen. Nach Angaben der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur hat das Gremium vier Monate Zeit, um eine neue Verfassung auszuarbeiten. Allerdings kündigten Assads Gegner bereits an, dass einzig der Abgang des Präsidenten akzeptabel sei.