40 syrische Flüchtlinge beziehen am Freitag übergangsweise Räume auf dem Spargelhof in Schäpe (Potsdam-Mittelmark). Sie bewohnen dann eine Unterkunft, in der während der Saison Erntehelfer aus Polen und Rumänien lebten, sagte Spargelhof-Geschäftsführer Jürgen Jakobs. Die Flüchtlinge kommen direkt aus der Zentralen Aufnahmestelle in Eisenhüttenstadt.

In dem modern ausgestatteten Landmotel Schäpe sind die Flüchtlinge in Vier-Bett-Zimmern untergebracht. Zur Ausstattung gehören auch kleine Küchen. Zum Wochenende will das 120-Einwohner-Dorf die Neuankömmlinge willkommen heißen. Der Aufenthalt ist befristet bis Anfang Februar. „Wir brauchen die Räume dann wieder für die Erntehelfer in der neuen Saison“, sagte Jakobs.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark musste Ende Juli wegen des großen Andrangs und fehlender Unterkünfte als erster Brandenburger Landkreis Flüchtlinge in Zelten unterbringen. Die provisorischen Notquartiere in Bad Belzig könnten jedoch bis zum Wochenende wieder aufgelöst werden, sagte die Sprecherin des Landkreises.

Entstanden ist inzwischen unter anderem in einem Gewerbegebiet in Brück eine Siedlung mit 30 sogenannten Low-Cost-Häusern aus gedämmtem Stahlblech. Auf 32 Quadratmetern gibt es Platz für bis zu sechs Personen. Weitere Siedlungen sind geplant.

Der Landkreis muss in diesem Jahr voraussichtlich etwa 2000 Flüchtlinge aufnehmen - viermal so viele wie im Vorjahr. Ursprünglich war mit knapp 1200 Menschen gerechnet worden.