Nach Angaben von Synodalpräsidentin Gudrun Lindner lag die Zustimmung bei 88,9 Prozent. Die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit wurde damit deutlich übertroffen. Landesbischof Jochen Bohl kündigte zugleich verstärkte Anstrengungen der Kirche an, um die Zahl der Gottesdienstbesucher in Sachsen zu erhöhen. Der Landeskirche gehören derzeit nach eigenen Angaben 834 000 Christen an.
In der Kirchenverfassung, deren Urfassung aus dem Jahr 1922 stammt und die 1950 das erste Mal überarbeitet worden war, ist unter anderem eine auf zwölf Jahre befristete Amtszeit des Landesbischofs vorgesehen. Zugleich wird ihm ein Vetorecht gegen Beschlüsse der Synode eingeräumt, bei denen er aus geistlichen Gründen Bedenken hat. Aufgehoben werden kann ein solches Veto erst durch einen erneuten, diesmal mit Zwei-Drittel-Mehrheit gefassten Beschluss des Kirchenparlaments.
Nach Angaben des Landeskirchenamtes war eine Begrenzung der Amtszeit für den Landesbischof bereits 1973 eingeführt, aber 1985 wieder abgeschafft worden. Für den derzeitigen Landesbischof Bohl, der im März 2004 ohne Befristung gewählt worden war, trifft die Verfassungsänderung zwar formal nicht zu. Der 54-Jährige kündigte aber unter Verweis auf sein Alter an, nicht länger als zwölf Jahre Landesbischof bleiben zu wollen.
Bohls Vorgänger Volker Kreß war im Sommer 2004 nach einer mehr als zehnjährigen Amtszeit kurz vor seinem 65. Geburtstag in den Ruhestand verabschiedet worden. Sein Vorgänger Johannes Hempel hatte 22 Jahre an der Spitze der Landeskirche gestanden.