Obamas Nominierungsrede am Donnerstagabend erfolgte auf den Tag genau 45 Jahre nach der berühmten Ansprache, in der Bürgerrechtler Martin Luther King erklärte: "Ich habe einen Traum." Kings Traum vom Ende des Rassismus und der Gleichberechtigung aller Hautfarben dürfte mit Obamas Nominierung seiner Erfüllung ein Stück näher gekommen sein.
"Amerika wird nicht ruhen, solange die Schwarzen nicht ihre vollen Bürgerrechte genießen", hatte King damals vor Hunderttausenden Zuhörern in Washington gesagt. "Ich habe einen Traum, dass meine vier Kinder eines Tages in einer Nation leben, wo sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern ihrem Charakter beurteilt werden."
Die Parteitagssitzung am Mittwoch, bei der Obama als erster Schwarzer zum Präsidentschaftskandidaten einer großen US-Partei gewählt wurde, fiel zusammen mit dem hundertsten Geburtstag des früheren Präsidenten Lyndon B. Johnson. Dieser hatte 1964 den "Civil Rights Act" unterzeichnet - ein Gesetzespaket, das die rechtliche Gleichstellung afroamerikanischer US-Bürger garantieren sollte. Es gilt heute als ein Meilenstein im Kampf gegen rassistische Diskriminierung.
Der Dienstag war der Jahrestag jenes Verfassungszusatzes, der Frauen in den USA das Wahlrecht zugestand. Der Text war genau an diesem Tag im Jahr 1920 ratifiziert worden. Es war von gewisser politischer Symbolik, dass an diesem Tag im Jahr 2008 Senatorin Hillary Clinton ihre große Parteitagsrede hielt. Sie war der Präsidentschaftskandidatur so nahe gekommen wie keine Frau vor ihr - am Ende unterlag sie dann aber doch Obama. (AFP/ab)