Als Swe{cech}tlas{cech}ka vor sieben Jahren ins Leben gerufen wurde, ging es den Organisatoren vor allem um Nachwuchs fürs Deutsch-Sorbische Ensemble in Cottbus. Mittlerweile haben die Mädchen und Jungen gemeinsam mit ihrer künstlerischen Leiterin Mila Nagora drei große Programme auf die Bühne gebracht, in denen sorbische/wendische Bräuche kindgerecht dargestellt werden. Gefördert wird Swe{cech}tlas{cech}ka durch die Stiftung für das sorbische Volk.

"Es handelt sich um eine eigenständige Gruppe, die meist allein agiert", sagt Jana Krüger, Leiterin des Deutsch-Sorbischen Ensembles. Außerdem sorge der Nachwuchs in den Programmen der Großen für Höhepunkte.

Leichter Zugang zur Sprache

Die Ensemblemitglieder kommen heute längst nicht mehr nur aus der Grundschule Cottbus-Sielow. "Auch Kinder, die zuvor keine Verbindung zur sorbischen Sprache hatten, bekommen ganz schnell einen Zugang dazu", ist Jana Krügers Erfahrung. Doch sie gewinnen noch mehr für ihre Zukunft, nämlich Selbstbewusstsein und Rhythmusgefühl. Anna Krüger (13) gefällt an Swe{cech}tlas{cech}{cech}ka vor allem, dass sie während der Proben die sorbische Sprache lernen und Sport treiben kann. Für Anna Nagora (14) sind die Freundschaften am wichtigsten, die sich im Ensemble entwickeln.

Swe{cech}tlas{cech}ka kann und will Ensembles wie dem Cottbuser Kindermusical keine Konkurrenz machen. "Uns geht es nicht um Schauspiel, Tanz und Gesang auf möglichst hohem Niveau", sagt Jana Krüger, "sondern darum, dass die Kinder Spaß haben."

Impuls durchs Witaj-Programm

Die Ensembleleiterin ist Anfang der 90er-Jahre nach Cottbus gekommen und durch die Kita ihrer älteren Tochter Saskia, wie sie sagt, "ganz zufällig" mit dem Witaj-Programm in Berührung gekommen. "Jetzt ist die sorbische/wendische Kultur aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken", sagt die Burgerin. Sie habe ihr das Gefühl vermittelt, in der Region angekommen zu sein.

"In unserer Familie ist die sorbische Sprache tiefer verwurzelt", entgegnet Anna Nagora. Die 14-Jährige erfüllt das mit Stolz. "Es ist schon etwas Besonderes, das nicht jeder kann. Und es gibt ein Gefühl von Heimatverbundenheit", sagt sie.

Ihren jüngsten Auftritt vor großem Publikum hatte die Gruppe beim Brandenburg-Tag in Lübbenau mit der Premiere einer tänzerischen Darstellung der sorbischen Nationalfarben. Jetzt bereiten sich die jungen Tänzerinnen auf die Kirmes der Domowina-Ortsgruppe am 17. November im Wendischen Hof Dissen vor.

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