Auf einer SPD-Konferenz zur Familienpolitik in Potsdam in dieser Woche klang das – wenige Monate vor dem Ablauf der Wahlperiode – bescheidener: „Wir wollten, dass aus Brandenburg ein besonders kinder- und familienfreundliches Land wird“, sagte Platzeck da. „Diesem Ziel sind wir näher gekommen.“

Nun ja, der Superlativ verschwand. Dabei kann sich Brandenburg etwa mit fast flächendecknenden „Netzwerken für Gesunde Kinder“, die ehrenamtliche Paten für Familien vermitteln, mit einem dichten Netz an Kindertagesstätten durchaus sehen lassen, wie der Ministerpräsident sagte – bestätigt von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). „Brandenburg ist oft vorbildhaft für Berlin“, sagte die Ministerin in Potsdam.

Zumindest gehen die märkischen Sozialdemokraten, die gerade eine Bildungsoffensive versprochen haben, ungewöhnliche Wege, um sich im Vorwahlkampf mediale Aufmerksamkeit zu sichern: So saß neben Ulla Schmidt und Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) auch die durch die RTL-Sendung „Super-Nanny“ bekannt gewordene Pädagogin Katharina Saalfrank auf dem Podium der Konferenz. Statt Ratschlägen für Brandenburg konnte Saalfrank allerdings eher allgemeine Erfahrungen zu Zuständen in deutschen Familien beisteuern.

In die Ecke, sie beleuchte mit ihrer Sendung „Problemfälle“, wollte sich die „Super-Nanny“ aber nicht stellen lassen: „Es sind Schwierigkeiten, Situationen, die wir alle kennen. Dass sich Kinder auf den Boden werfen, dass sich Mütter oder Väter überfordert fühlen“, sagte sie. „Probleme mit Gewalt, Alkohol und Missbrauch gibt es in allen Schichten.“ Familie sei eben „lebendig, nicht immer rosig, mit Schwierigkeiten verbunden.“

Mit ihrem Auftritt vor der SPD, so Saalfrank, habe sie der Politik Lebenswirklichkeit näher bringen wollen.