In Brandenburg sind bis Ende November neun Bomben entschärft und 73 gesprengt worden. Das teilte der Zentraldienst der Polizei auf Anfrage mit. Allein auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots in der Nähe des Potsdamer Hauptbahnhofes wurden seit dem Sommer drei Sprengkörper entschärft. Für Mike Schwitzke, Sprengmeister seit über zehn Jahren, war 2018 dennoch „kein besonders herausragendes Jahr – weder positiv, noch negativ“, bilanzierte der 47-Jährige. „Wir hatten keine Bombe, die wir noch nicht gesehen haben“, sagte er.

Im Vorjahr waren es nach einer landesweiten Statistik, die kürzlich vom Bundesland Nordrhein-Westfalen im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Kampfmittelräumdienste herausgegeben wurde, 110 Bomben über 50 Kilogramm, die in Brandenburg unschädlich gemacht wurden.

Die Suche nach den Blindgängern will das Land weiter ausbauen. So soll der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) bis 2020 13 zusätzliche Stellen bekommen. Der Mitte Dezember beschlossene Doppelhaushalt 2019/20 sieht außerdem vor, die Mittel für die Suche um jährlich jeweils 1 Million Euro aufzustocken.

Aufregung um Fund in Dresden

In Sachsen sorgte am 22. Oktober ein mutmaßlicher Bombenfund am Rande der Innenstadt für Aufregung und einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr. Zum großen Glück entpuppte sich der vermeintliche Sprengkörper bei näherer Untersuchung als ein Stück Rohrleitung. Für eine geplante Entschärfung hätten mehr als 15 000 Menschen ihre Wohnungen verlassen und Notquartiere aufsuchen müssen. Der Unterricht im Evakuierugsgebiet fiel an diesem Tag dennoch aus, weil Eltern und Schüler nicht rechtzeitig über die Entwarnung informiert werden konnten.

Eine Ende November in Zwenkau bei Leipzig gefundene Fliegerbombe musste abtransportiert und außerhalb des Ortes gesprengt werden, weil ein Entschärfung vor Ort nicht möglich war. Eine Entschärfung vor Ort war nicht möglich. Die rund 6000 Evakuierten konnten schon nachmittags zurück in ihre Wohnungen, meldete der MDR.