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Sturmtief Herwart
16 000 Lausitzer ohne Strom

Lausitz. Sturmtief „Herwart“ sorgt für 320  Notrufe in der Region. Erneut Zugausfälle.

Knapp drei Wochen nach dem Sturmtief „Xavier ist es am Wochenende in der Lausitz erneut stürmisch gewesen. Tief „Herwart“ fegte heftig über die Region hinweg.

Nach bisherigem Kenntnisstand kamen Brandenburg und Sachsen im Vergleich zu anderen Teilen Deutschlands glimpflich davon. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt, Mülltonnen flogen durch die Luft. Laut Leitstelle Lausitz ist jedoch niemand verletzt worden.

Besonders betroffen von Tief „Herwart“ war der Landkreis Dahme-Spreewald. Von 320 Notrufen, die bis Mittag in der Leitstelle einliefen, kamen allein 88 aus dem Landkreis. In Cottbus rückte die Feuerwehr 37 Mal aus. Im Spree-Neiße-Kreis wurden die Retter zu 56  Einsätzen gerufen. Die Feuerwehrmänner mussten meist Straßen von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen befreien und Gebäude sichern, bei denen Ziegel oder Solarmodule herunter zufallen drohten.

In Cottbus wurde das halbe Dach der alten Tuchfabrik abgedeckt. Die Schadenshöhe ist noch unklar. Zwischen Lauchhammer und Tettau (Oberspreewald-Lausitz) wurde die Kreisstraße erneut zur Gefahrenzone. Dort waren einige Birken umgekippt, die Straße wurde voll gesperrt. Anfang Oktober war auf diesem Abschnitt eine Frau von einem Baum erschlagen worden, der nach Sturmtief „Xavier“ auf eine Gruppe Radfahrer gestürzt war.

Viele Lausitzer waren auch wieder von Stromausfällen betroffen. Umgestürzte Bäume hatten Masten und Leitungen beschädigt. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH verzeichnete in der Lausitz am Sonntag 16 000 Kunden ohne Strom. Die meisten waren bis zum Mittag wieder ans Netz angeschlossen. „Die Reparaturarbeiten – vor allem im Niederspannungsbereich – werden mindestens noch den gesamten Montag andauern“, sagt Mitnetz-Sprecherin Claudia Anke.

Auch einige Bahnstrecken mussten durch den Sturm gesperrt werden. Der Zugverkehr zwischen Cottbus und Falkenberg (RB 43), Eberswalde-Berlin-Senftenberg (RB 24) sowie Cottbus-Falkenberg-Leipzig (RB 10) wurde eingestellt. Für den Abschnitt zwischen Cottbus und Falkenberg wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.