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Stunde der Wahrheit für Klein Oßnig

Gegen Tempo 30 verstoßen in Klein Oßnig mehr als 90 Prozent der Autofahrer. Und seit Maut-Einführung 2005 ist die Lärm-Belastung für die Einwohner durch Schwerlastverkehr rasant gestiegen.
Gegen Tempo 30 verstoßen in Klein Oßnig mehr als 90 Prozent der Autofahrer. Und seit Maut-Einführung 2005 ist die Lärm-Belastung für die Einwohner durch Schwerlastverkehr rasant gestiegen. FOTO: R. Ufer/Ch. Taubert
Cottbus. Das Verwaltungsgericht hat entschieden und jetzt auch begründet: Der Lkw-Verkehrslärm an der B 169 in Klein Oßnig ist zu groß. Wird der Schwerlastverkehr nun aus dem Ort verbannt? Der Spree-Neiße-Kreis ist am Zuge. Christian Taubert

Das Verwaltungsgericht Cottbus hat am Montag schriftlich begründet, warum es Ende 2016 zugunsten einer Klägerin entschieden hat, die gegen zu hohen Lkw-Verkehrslärm geklagt hatte. Die Anwohnerin von Klein Oßnig an der B 169 hat damit erreicht, dass ihr Antrag auf Lärmschutz vom Spree-Neiße-Kreis umgesetzt werden muss. Oder, dass die Behörde in Berufung geht.

Da das Gericht bei der Hauptverhandlung im Dezember 2016 eine Revision aber nicht zugelassen hat, muss die Berufung schriftlich beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg beantragt werden. Für eine Zulassung der Berufung gibt es nach Auskunft des Vize-Pressesprechers am Cottbuser Verwaltungsgericht, Matthias Vogt, hohe Hürden. So müssten Einwände von grundsätzlicher Bedeutung oder Verfahrensfehler nachgewiesen werden. Der Spree-Neiße-Kreis, der das Lärmschutz-Begehren der Anwohnerin zunächst abgelehnt hatte, will nach Angaben einer Sprecherin das Urteil prüfen und bis Ende Februar entscheiden.

Sollte der Lkw-Schwerlastverkehr - bis auf Zielverkehre - von der B 169 verbannt und auf die Autobahnen 13 und 15 geleitet werden, wäre dies auch ein Erfolg für die Anwohner von Neupetershain, Lindchen, Allmosen, Großräschen und Freienhufen. Denn sie kämpfen seit Jahren dafür, das Schlupfloch zwischen den Autobahnen für Brummis im Transitverkehr zu schließen und damit die Anwohner vor zunehmendem Verkehrslärm und Abgasen zu schützen.

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lr-online.de/b169