Der Studie zufolge hatten die Befragten noch im Jahr 2004 etwa 42 Prozent der Betrugstaten bei der Polizei gemeldet. Im Jahr 2014 seien es nur noch rund 18 Prozent gewesen. Das ist mit Abstand ein neuer Tiefstwert in dem Zeitraum.

Bei Einbrüchen wurde laut IHK-Bilanz im Jahr 2014 mit einer Anzeigequote von gut 60 Prozent ebenso einer der niedrigsten Werte der vergangenen Jahre erreicht. Ein ähnlicher Trend gilt demnach für Sachbeschädigung und Markenpiraterie. Die Zahlen sprächen dafür, "dass der staatlichen Wahrnehmung ein großer Teil der tatsächlichen Kriminalität verborgen bleibt", stellten die Kammern heraus. Laut IHK-Angaben ist es eine der größten Studien zu Wirtschaftskriminalität in Deutschland. Die Gründe, warum Taten nicht angezeigt wurden, waren nicht Bestandteil des Fragenkatalogs. "Mutmaßen können wir nur, dass zum einen das Thema Versicherung eine Rolle spielt. Ähnlich wie bei der Pkw-Versicherung erhöhen sich natürlich die Beiträge, wenn etwas passiert", sagte Thomas Herrschelmann vom Arbeitskreis für Unternehmenssicherheit Brandenburg. "Und wenn mehrfach etwas passiert, fliegen Sie aus den Versicherungen heraus."

Oft rechneten Unternehmen auch nicht damit, dass die Polizei ihnen helfen könne.