Die Sölle und Gräben entlang der Brandenburger Felder sind weiter stark mit Pestiziden belastet. Von 14 untersuchten Gewässern in den Kreisen Barnim, Uckermark und Oder-Spree seien lediglich zwei unbelastet gewesen, sagte der Geschäftsführer des BUND, Axel Kruschat, am Montag in Potsdam.

Bei einer Untersuchung im Jahr 2012 waren drei Gewässer unbelastet. Wie Kruschat ausführte, schädigten Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat Wasserlebewesen und würden sich über die Nahrungskette bis in den Menschen hinein verbreiten. "Selbst im Urin von Großstadtbewohnern wurde mittlerweile Glyphosat nachgewiesen." Die insgesamt höchsten Werte wiesen die Umweltschützer in zwei Pfuhlen bei Fürstenwalde und Rietz-Neuendorf (Landkreis Oder-Spree) nach. "In solchen Gewässern leben etwa geschützte Rotbauchunken, nach Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes sind es geschützte Biotope", so Kruschat. Der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Michael Jungclaus, forderte ein stärkeres Einschreiten der Landesregierung gegen den Pestizidverbrauch der Bauern. Um den Pestizideinsatz der Bauern zu verringern, sei ein stärkerer Ausbau des Ökolandbaus erforderlich.

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Jungclaus und der Landtagsabgeordneten Sabine Niels, die der RUNDSCHAU vorliegt, verweist das Umweltministerium darauf, dass es in Brandenburg bereits seit 2011 ein Monitoringprogramm zur Pestizidbelastung von Feldsöllen gibt. Karin Rösicke, Referentin des Landesbauernverbands, sagte der RUNDSCHAU, dass auch die Brandenburger Bauern an einem Erhalt der Biodiversität interessiert seien. Gesprächsangeboten werde man sich nicht verweigern.