Die Braunkohleverstromung im Osten ist kein Hemmnis für Deutschlands langfristige Ziele zur Reduzierung der CO{-2}-Emission. In einer am Sonntag veröffentlichten Studie kommt der Berliner Ökonomie-Professor Georg Erdmann zu dem Ergebnis, dass die Kraftwerke des Lausitzer und Mitteldeutschen Reviers ihren Kohlendioxidausstoß bis 2050 planmäßig um 95 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Das geschehe aber nicht linear. So gebe es nach dem ersten kräftigen Rückgang am Anfang derzeit eine Plateau-Phase mit leicht sinkenden Emissionen. Ab 2030 erwartet der Energieexperte wieder eine Beschleunigung.

Für das Gutachten im Auftrag der sächsischen Staatsregierung hatte Erdmann die Kohlendioxid (CO{-2})-Emissionen der Braunkohlekraftwerke und deren Verträglichkeit mit den deutschen Klimazielen untersucht. Durch das Ergebnis sieht sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in seiner Haltung bestärkt, dass die Ost-Braunkohlekraftwerke das Klimaziel auch ohne die angestrebte Zusatzabgabe erfüllen, wie die Staatskanzlei in Dresden mitteilte.

Die sächsische Grünen-Landtagsfraktion kritisiert: Die Studie gehe von einer veralteten Datenbasis aus. Der prognostizierte Ausbaugrad erneuerbarer Energien werde gezielt unterschätzt, kritisierte die Fraktion. Dabei sieht Ökonomie-Professor Erdmann die schrittweise Verringerung der CO{-2}-Emissionen gerade als Ergebnis dafür an, dass die modernen Braunkohleblöcke wegen des Ausbaus der erneuerbaren Elektrizitätserzeugung zunehmend im Teilbetrieb gefahren werden.

Erdmanns Fazit: Er sehe keinen Grund für neue politische Interventionen zulasten der Kraftwerksbetreiber.