Jeder dritte Gebrauchtwagen in Deutschland ist nach Schätzungen des ADAC mit einem gefälschten Kilometerstand unterwegs. Viele Autos seien schon ab Werk für solch einen Betrug "vorbereitet", kritisierte der Automobilclub am Montag bei der Präsentation einer gemeinsamen Studie mit der Universität Magdeburg. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem Wettlauf mit Hackern und Entwickler der Geräte zur Manipulation.

Laut ADAC entsteht aufgrund der Tachomanipulation jährlich ein Schaden von sechs Milliarden Euro. Dieser entsteht den Käufern vor allem dadurch, dass sie für ein gebrauchtes Auto einen unangemessenen höheren Preis zahlen. Wissenschaftler der Arbeitsgruppe "Multimedia and Security" der Uni Magdeburg untersuchten die Fahrzeug-Elektronik dreier gängiger deutscher Autos. Sie entdeckten mangelhaft geschützte Software-Funktionen, die von Betrügern später genutzt werden. "Tacho-Trickser" könnten mit frei erhältlichen Manipulationsgeräten den Kilometerstand eines Autos einfach und schnell verändern.

Aktuelle Sicherheitstechniken seien teils schon in Steuergeräten der neuesten Fahrzeuge vorhanden, aber nicht aktiviert. Dabei würde die Umstellung nach Schätzungen nur ein Euro pro Fahrzeug kosten - bei einem geschätzten Schaden von 3000 Euro pro manipuliertem Fahrzeug.

Einig sind sich ADAC und Hersteller, dass Tachobetrug lückenlos verfolgt und bestraft werden muss. Tachobetrug ist laut May seit 2005 strafbar. Das Strafmaß liegt bei maximal einem Jahr Haft.