„Ich plädiere nicht für eine Absenkung der Leistungen, sondern für eine Weiterentwicklung des Sozialhilfesystems“, erklärte Thießen in Chemnitz. Ein Problem sei, dass im Gesetz nicht ausreichend beschrieben werde, was unter Mindestsicherung verstanden werden solle. „Noch wichtiger als das Geld ist es, Beschäftigung für Geringqualifizierte zu schaffen. Den Bedürftigen wird verwehrt, was sie wirklich wollten: Arbeit und Anerkennung.“ Hartz IV finanziere einen Lebensstandard, „der dem der allgemeinen Bevölkerung im unteren Einkommenssegment gleicht“.

Gerechtfertigt wäre der Studie zufolge ein Betrag zwischen 132 Euro als Minimum und 278 Euro als Maximum zuzüglich Wohnkosten für einen Single-Haushalt. Sachsens Linke reagierte empört. „Mit wissenschaftlicher Analyse hat diese angebliche Studie nichts zu tun“, sagte Fraktionschef André Hahn gestern in Dresden und kritisierte das Schweigen von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zur „blanken Verhöhnung von mehr als einer halben Million betroffener Menschen in Sachsen“.