Demnach kamen seit Kriegsbeginn im März zwischen 7800 und 9600 irakische Zivilisten ums Leben, schätzungsweise 21 000 wurden verletzt.
"Die genauen Opferzahlen sind unmöglich zu berechnen, weil es im ganzen Lande keine verlässlichen Aufzeichnungen gibt", sagte die Autorin der Studie, Sabya Farooq.
Die Studie stützt sich auf Angaben von UN-Organisationen, des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), auf irakische und internationale Nichtregierungsorganisationen, lokale Ärzte sowie Medienberichte. Die Zahl der getöteten irakischen Soldaten sei nicht bekannt, hieß es. Nach den Schätzungen bewegt sie sich zwischen 13 500 und 45 000.
Die Zahl der Opfer erhöht sich nach diesem Bericht auch seit Kriegsende weiter. So seien zwischen April und Juli mehr als 1000 Kinder durch Blindgänger, Splitterbomben und andere Geschosse verletzt worden.
Im Irak riss auch gestern die Welle der Gewalt nicht ab. Bei der Explosion eines Spreng satzes in der südirakischen Stadt Basra wurden vier Iraker getötet und neun weitere verletzt. Unter den Opfern waren nach Angaben des Fernsehsenders Al Dschasira zwei irakische Polizisten. Vor einem Gerichtsgebäude in Bagdad explodierte unterdessen ein weiterer Sprengsatz. Dabei seien neun Menschen verletzt worden, darunter zwei irakische Polizisten und ein US-Soldat, berichteten Augenzeugen. Der Sprengsatz sei unten an einem Strommast versteckt gewesen. Al Dschasira berichtete außerdem über neue Angriffe auf US-Soldaten in den Widerstands-Hochburgen Falludscha und Tikrit.
Der Kommandeur der US-Streitkräfte im Irak, General Ricardo Sanchez, rechnet mit vermehrten Angriffen irakischer Aufständischer gegen seine Truppe. "Es ist unvermeidlich, dass wir uns in Zukunft auf mehr Attacken einstellen müssen", sagte Sanchez auf einer Pressekonferenz in Bagdad. Der General sprach von derzeit 30 bis 35 "Feindbegegnungen" am Tag, was einem Anstieg auf fast das Dreifache gegenüber dem Sommer darstellt.
(dpa/roe)