Das Gutachten war ein erster Schritt für eine umfassende Strategie zum Ausbau von Dienstleistungen der Telemedizin. Im am Dienstag von der Landesregierung verabschiedeten Konjunkturprogramm sind dafür zwei Millionen Euro vorgesehen. Ziegler plant unter anderem den Aufbau einer Landesagentur für diesen Bereich. Und die Landesregierung will mit ihrem Versprechen, möglichst noch in diesem Jahr jedem Haushalt eine leistungsfähige Internet-Verbindung zu ermöglichen, für die Telemedizin auch die nötigen technischen Voraussetzungen schaffen.Kontinuierliche ÜberwachungTelemedizin ermöglicht beispielsweise die kontinuierliche Überwachung von kritischen Daten herzkranker Menschen durch eine rund um die Uhr von Fachpersonal besetzte Zentrale. In Berlin und Brandenburg sind einige der bedeutsamen Versuchsprojekte gestartet worden. Brandenburger Firmen sind dabei auch an der Bereitstellung der notwendigen Geräte beteiligt. Aus den Versuchen soll in absehbarer Zeit ein eigenständiger Zweig des Gesundheitswesens entstehen, der zwar einerseits Gelder für die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur benötigt, andererseits aber auch in erheblichem Umfang Kosten einsparen wird. Nach Einschätzung der Gutachter sind schon in wenigen Jahren Umsätze von bis zu 50 Millionen Euro denkbar und damit etwa fünf Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben in Brandenburg. Noch allerdings fehlen die gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen für eine breite Einführung telemedizinischer Verfahren. So gibt es derzeit in der Gebührenordnung der Kassen dafür keine Position. Fehlende KoordinierungsstelleAuch sind Fragen der Datensicherheit nicht eindeutig beantwortet. Die widerum ist wichtig, wenn durch eine bessere Vernetzung von Kliniken und Ärzten auf wichtige Angaben der Patienten zugegriffen wird. Es fehlt derzeit auch eine Koordinierungsstelle für mögliche Kooperationspartner. Das, so Ziegler, soll sich in den nächsten Wochen ändern.