Die Zahl der Studienanfänger wird den Angaben zufolge sachsenweit in diesem Jahrzehnt vorerst weiter steigen, bevor ab 2008 ein langsamer Rückgang erwartet wird. Im Jahr 2021 sollen die Werte wieder den Stand von 1995 erreichen. Damals schrieben sich 13600 junge Leute neu an den hiesigen Hochschulen ein. Die seit Juni entstandene Studie widmete sich den vier sächsischen Universitäten und fünf größeren Fachhochschulen in Dresden, Leipzig, Mittweida, Zwickau und Zittau/Görlitz.
"Wir wollen mit dieser Arbeit das Problem der künftigen Strukturen an den Hochschulen seriös angehen", sagte TU-Rektor Achim Mehlhorn. Die Zahlen seien auch dem Wissenschaftsausschuss des Landtages sowie dem Wissenschaftsministerium zugegangen. Der relativ kurze Abschwung ab 2008 treibe die Hochschulen tiefer in einen Konflikt. "Einerseits ist der angestrebte Stellenabbau bis 2010 nicht zu verantworten, andererseits haben auch wir eine Verpflichtung gegenüber dem Landeshaushalt", sagte Mehlhorn.
Die seit 1995 in Sachsen wieder steigende Geburtenzahl sei eine Ursache dafür, dass spätestens von 2015 an wieder mehr Erstsemester an den Hochschulen zu finden sein würden. Die bis dahin erwarteten Abschwünge sind den Angaben zufolge vor allem auf demographische Faktoren zurückzuführen. "Zwischen der zweiten Hälfte der achtziger Jahre und 1994 gab es jährlich weniger Kinder", sagte Wolter. Das werde auch an den Universitäten zu spüren sein.
Kleinere Fachrichtungen könnten ab 2012 landesweit gefährdet sein. "Auch der Numerus clausus ist kein Steuerelement mehr", sagte Wolter. Dennoch seien Schließungen solcher Fächer keine Lösung. Wolter sprach in diesem Fall von einem "kulturellen Verlust". "Alle Hochschulen sollten verstärkt versuchen, bundesweit und im Ausland um Studenten zu werben."