„Im Sommer finden die Studenten bei uns sofort einen Platz im Wohnheim“ , sagt Ulrike Hartmann, Geschäftsführerin im Studentenwerk Frankfurt (Oder). Nur im Wintersemester müssten sie sich manchmal etwas gedulden. Nach Angaben der beiden Studentenwerke in Frankfurt (Oder) und Potsdam kostet ein Zimmer zwischen 110 und 190 Euro, je nach Komfort. Standard sind Schreibtisch, Schrank und Bett; häufig ist ein Internet-Anschluss vorhanden. Waschmaschinen und Trockner sind ebenfalls meist für die Studenten bereitgestellt.
So kostet ein rund 20 Quadratmeter großes Einzel-Appartement mit Kochnische, WC und Dusche etwa 190 Euro; Gemeinschaftsküche und Bad sind billiger zu haben. Am einfachsten haben es Studenten in Cottbus: Jeder Dritte bekommt dort einen Wohnheimplatz. In Frankfurt (Oder) leben immerhin ein Viertel der Studenten im Wohnheim. In Senftenberg gibt es mehr als 400 Wohnheimplätze.
Rund 8500 Wohnheimplätze verwaltet das Dresdner Studentenwerk, das Studierende von neun Hochschulen in Dresden, Zittau und Görlitz betreut. Bis zu 45 Prozent der 45 Wohnheime seien saniert, so Norbert Koppetzki, Hauptabteilungsleiter Wohnen des Studentenwerks Dresden. Zwischen 90 und 240 Euro setzt er die Kosten für die bis zu 25 Quadratmeter großen Einzelzimmer an. Küche und Badezimmer werden hier weitgehend gemeinschaftlich genutzt. In der Regel könne jeder, der ein Zimmer sucht, leicht einen Platz bekommen. Selbst zu Beginn des Wintersemesters sei höchstens mit einer Wartezeit von wenigen Wochen zu rechnen. Und erst nach Ablauf der Regelstudienzeit müsse man dann um seine Bude bangen, fügt er hinzu.
Einzelzimmer in den Wohnheimen des Studentenwerks Halle werden - abhängig von Ausstattung und Größe - ab 120 Euro vermietet. Wer sich sein Zimmer mit einer anderen Person teilt, kann mit weniger als 100 Euro kalkulieren.
Für die rund 16 000 Potsdamer Studenten stehen zwar nur etwas über 1800 Betten zur Verfügung. Trotzdem gibt es laut Potsdamer Studentenwerk keine längeren Wartelisten. Denn im Gegensatz zu vie-len westdeutschen Städten bietet der freie Wohnungsmarkt auch für Studenten genug bezahlbare Unterkünfte. Die Nähe zu Berlin mache Potsdam zu einem „Sonderfall“ , sagt Peter Ellmer vom örtlichen Studentenwerk. Viele junge Leute - vor allem ausländische Studenten - ziehe es zum Wohnen in die Metropole. „Berlin bietet ihnen ein vielfältigeres kulturelles Angebot, mehr Nachtleben und größere Chancen, einen Nebenjob zu finden.“
„Ich habe sofort ein Zimmer bekommen“ , freut sich Robert. Der 22-jährige Jurastudent wohnt idyllisch im Grünen - im Wohnheimkomplex an der Forster Straße in Potsdam. Für 20 Quadratmeter in einer Wohngemeinschaft in dem sanierten, gelb gestrichenen 70er-Jahre-Bau zahlt er 170 Euro. Bad und Küche teilt er sich mit vier weiteren Studenten. Der angehende Jurist zieht ein Leben in der „WG“ vor und möchte das Risiko einer privat gemieteten Wohnung vermeiden. „Hier kann ich innerhalb von einem Monat kündigen und muss mir keine Sorgen machen, ob meine Mitbewohner auch ihre Miete zahlen.“
Auch die künftige Ernährungswissenschaftlerin Mareike hatte keine Probleme, eine Bleibe im Studentenheim zu finden. Die 25-jährige Berlinerin studiert in Potsdam und ist mitten in ihrem Abschluss-Semester in die Landeshauptstadt umgezogen. „Ich wollte zum Ende meines Studiums unbedingt allein wohnen und habe sofort eine Eineinhalbzimmerwohnung bekommen.“
Allerdings prägt in allen größeren Hochschulstädten Brandenburgs die teilweise noch unsanierte "Platte" mit Kunststoff-Belag auf Fußböden das Bild. Wer einen Altbau mit Stuck und Dielen bevorzugt, muss sich auf dem privaten Wohnungsmarkt in den Innenstädten umschauen.
Aber gerade für Erstsemester und Zuzügler aus anderen Städten bietet der Platz im Wohnheim eine Reihe von Vorteilen, meint Tamas Blenessy vom Potsdamer Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Die Studenten bekämen "günstigen Wohnraum - meist in Uni-Nähe, haben wenig Stress bei der Suche und lernen schneller neue Leute kennen". Und im Gegensatz zum Altbauzimmer in bester Lage koste das Wohnheim nur die Hälfte.
Studentenwohnheime : www.studentenwerk-potsdam.de; www.studentenwerk.euv.-frankfurt-o.de, www.uni-halle.de, www.studentenwerk-dresden.de

hintergrund Studium im Westen teurer als im Osten
 Ein Studium kostet im Westen Deutschlands deutlich mehr als im Osten. Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (iw) in Köln hatte ein Student, der Ende 2002 eine West-Uni mit Diplom oder Magister verließ, durchschnittlich 54 000 Euro für Wohnung, Essen, Bücher, Kleidung oder Kino ausgegeben. In den neuen Bundesländern kostete das Studentenleben dagegen nur 43 000 Euro. Das meiste Geld brauchen der Studie zufolge wegen ihrer längeren Studiendauer die angehenden Kunstwissenschaftler und Philosophen: Im Westen berappten sie für durchschnittlich acht Jahre Studium 62 900 Euro, im Osten 49 400 Euro. Ein Jura-Studium ist dagegen weitaus günstiger: Die Studenten der Rechtswissenschaft benötigten in den alten Bundesländern 46 200 Euro und in den neuen Ländern 37 100 Euro. Fachhochschul-Absolventen zahlten für meist fünf Studentenjahre mit 40 300 Euro beziehungsweise 32 400 Euro noch weniger.