Mit deutlicher Kritik hat die Görlitzer Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag auf die Entscheidung aus der Landeshauptstadt Dresden reagiert. "Vor wenigen Stunden erfuhr die Stadt Görlitz, dass der Freistaat Sachsen das Studentenwohnheim am Hirschwinkel kurzfristig in eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber umwandeln will", heißt es in einer Pressemitteilung. Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos) wird deutlich: "Weder den Umgang mit den Studierenden noch die unzureichende Informationspolitik seitens des Freistaates gegenüber der Hochschule und der Stadt zu diesem Thema halte ich für akzeptabel."

Zwar habe er Verständnis, dass der Freistaat Sachsen unter hohem Handlungsdruck stehe, betonte er. "Grundsätzlich halte ich es jedoch für notwendig, dass eine solche Entscheidung im Vorfeld mit den Verantwortlichen vor Ort abgestimmt wird."

Der Freistaat ist wie auch die Landesregierung in Brandenburg für die Erstaufnahmeeinrichtungen zuständig. Die weitere Unterbringung der Flüchtlinge ist dann Aufgabe der Landkreise und Kommunen. Dabei hat es aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen in den vergangenen Monaten immer wieder Ärger über zu wenig kommunizierte Entscheidungen gegeben.

"Die Stadt Görlitz hat ihre Weltoffenheit und Toleranz in den vergangenen Monaten mit eindrucksvollem bürgerlichem Engagement unter Beweis gestellt", so Stadtsprecherin Sylvia Otto. Damit das so bleibe, sei eine klare Kommunikation gegenüber den Bürgern dringend geboten.