Das Land Sachsen wirbt für Großröhrsdorf an der A4 als Standort für die vom Bund ausgeschriebene erste Batteriezellen-Forschungsfabrik. Der Freistaat sei bereit, das Vorhaben mit bis zu 100 Millionen Euro zu unterstützen, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. In Großröhrsdorf stehe ein moderner, bezugsfertiger Gebäudekomplex zur Verfügung.

Große Konkurrenz für Standort Lausitz

Das Bundesforschungsministerium will seine Standort-Entscheidung im Juli bekanntgeben. Neben Sachsen haben sich auch Niedersachsen (Braunschweig), Baden-Württemberg (Ulm), Bayern (München), Nordrhein-Westfalen (Münster) und Schleswig-Holstein (Itzehoe) um die Batterie-Forschungsfabrik beworben.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU): „Die Bewerbung schafft hervorragende Voraussetzungen für die Forschung und Produktion von Batteriezellen im Freistaat. Als Zukunftsstandort für Elektromobilität kann Sachsen wertvolle Impulse für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Batteriezellenfertigung in Deutschland setzen.“

Lausitz braucht neue Arbeitsplätze

Die Lausitz hatte sich beim verordneten Strukturwandel bisher gute Chancen für die Ansiedlung neuer Zellenfabriken gemacht. Dies waren in den vergangenen Wochen allerdings getrübt worden. Dabei ist die Forschungsförderung fester Bestandteil der Empfehlungen der Kohlekommission.

Die „Forschungsfertigung Batteriezelle“ soll dazu beitragen, die Abhängigkeit von Asien bei der Elektromobilität zu beenden. Dafür will der Bund rund 500 Millionen Euro investieren.

Erst am Dienstag hatten sich die Kabinette von Brandenburg und Sachsen in Hoyerswerda getroffen. Ihr Ziel: Mehr Tempo für die Lausitz beim Strukturwandel. „Das Thema Strukturwandel genießt bei uns größte Priorität“, erklärte Kanzleramtsminister Helge Braun.