. Dass er nicht glücklich mit dem neuen Wolfsmanagement-Plan ist, stellt Matthias Schannwell vom Landesbauernverband gleich zu Beginn klar. "Dass das Ergebnis nur ein Kompromiss sein kann, war uns auch bewusst", sagte er bei der Präsentation des Regelwerkes in der Potsdamer Staatskanzlei am Donnerstag. Zehn Monate hat es bis dahin gedauert. Mehr als 80 Behörden, Vereine und Verbände haben daran mitgearbeitet.

Ziel des Planes ist, dass es irgendwann im westpolnisch-deutschen Verbreitungsgebiet eine Gesamtpopulation von 1000 Tieren geben wird. Mit dem Regelwerk sollen einerseits die unter Naturschutz stehenden Raubtiere geschützt, andererseits Menschen und Nutztiere vor Wolfsangriffen bewahrt werden. So soll es auch in Brandenburg künftig Möglichkeiten für gewerbliche Tierhalter geben, ihre Herden vor den Wölfen zu sichern.

Der Forderung des Landesbauernverbandes, dass der Schutzstatus des Wolfes aufgehoben werden muss, erteilte Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Donnerstag eine klare Abfuhr. "Dafür gibt es überhaupt keinen Anlass", sagte sie. Die Ministerin rechnet auch nicht damit, dass es noch in diesem Jahr zu einer entsprechenden Gesetzesinitiative kommen wird.

"Wo der Wolf ist, gibt es Probleme", sagte Wolfgang Betke vom Landesjagdverband (LJV). Für ihn gehe es nicht darum, dem Wolf zu erklären, wo er hin soll. "Das Regelwerk soll den Menschen Sicherheit und Ordnung geben", sagt er weiter. Heinz Röhle von der Technischen Universität Dresden, der als Vermittler für die Ausarbeitung des Papieres engagiert worden war, betonte, dass der Wolf von Natur aus sehr scheu sei. "Brandenburg wird mit Sicherheit keine Wolfsgrube", sagte er.

Viel Lob gab es vom Naturschutzbund (Nabu). "Das ist ein historischer Moment", so Katharina Weinberg vom Nabu Brandenburg. Die Rückkehr des Wolfes sei ein großer Erfolg. Kritik hagelte es hingegen von der CDU-Landtagsfraktion. Das vorgelegte Papier werde keine Probleme lösen, sondern verschärfen, sagte Fraktionschef Dieter Dombrowski. Auch die Freien Demokraten äußerten sich kritisch. "Die fehlende Rechtssicherheit für die Landnutzer bleibt die Achillesferse des Plans", erklärte Fraktionsmitglied Gregor Beyer. Nach wie vor gebe es keinen klaren Rechtsanspruch bei vom Wolf verursachten Schäden.