Mit Trillerpfeifen bliesen sie der Regierung den Protestmarsch. Redner forderten die CDU/FDP-Koalition auf, den Wegfall der Sonderzahlung rückgängig zu machen. Neben der Polizei-Gewerkschaft hatten auch der Beamtenbund und der DGB zu der Kundgebung aufgerufen.

Die Streichung des Weihnachtsgeldes war 2010 gegen Stimmen der Opposition im Landtag beschlossen worden. Der Freistaat will durch den Wegfall der Sonderzahlung an seine rund 32 000 Beamten jährlich 23 Millionen Euro sparen. Dagegen erhalten Beamte des Bundes 2012 sogar mehr Weihnachtsgeld als bisher - 60 statt 30 Prozent eines Monatsgehaltes.

Sachsens Beamtenbund bereitet nun Musterklagen vor. Bis Ende November hätten laut dem Landesvorsitzenden des Beamtenbundes, Günter Steinbrecht, bereits mehr als 2000 Betroffene der Streichung widersprochen. Die Linken gingen am Dienstag davon aus, dass mehr als die Hälfte der Richter Klage einreichen werden. "Kein CDU- oder FDP-Abgeordneter wäre bereit, sein Jahreseinkommen mal eben um vier Prozent zu kürzen", hielt Linken-Parteichef Rico Gebhardt den Regierenden vor.

Die Linken brachten im Landtag einen Antrag ein, der den Wegfall des Weihnachtsgeldes schon 2012 wieder aufheben soll. Gebhardt sprach von einem "unsozialen Griff des Staates in die Haushaltskasse von Zehntausenden Familien". Angesichts von Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe gebe es für dieses einseitige Opfer keinerlei Rechtfertigung.

Ganz anders bewertete die FDP die Forderung der Beamten. "Im Gegensatz zu den Beschäftigten in der Privatwirtschaft genießen Beamte den großen Vorteil, dass ihre Jobs absolut sicher sind und sie regelmäßig in den Genuss ordentlicher Gehaltssteigerungen kommen", erklärte Holger Zastrow (FDP). So habe sich das Gehalt sächsischer Beamter durch Übertragung der Tarifeinigung für Beschäftigte der Länder erst im April dieses Jahres um 1,5 Prozent erhöht. Zudem habe es eine Einmalzahlung von 360 Euro gegeben und zum 1. Januar 2012 gebe es eine weitere Besoldungserhöhung um 1,9 Prozent.