Er warf den zum Teil prominenten Unterzeichnern des Papiers eine „pharisäerhafte Gegnerschaft“ vor. Sie verbinde vor allem eine gute wirtschaftliche Lage ohne Sorge um das Auskommen am nächsten Tag. Keiner der Plastinationsgegner habe sich gegen die finanziellen Einbußen von Guben durch den Verlust des Status als Mittelzentrum gestellt, so Dieter Friese.
Der Kirche sprach er ein Alleinvertretungsrecht über Moral und Ethik ab. Den Aufruf gegen die Ansiedlung des Leichenpräparators Gunter von Hagens hatten Vertreter von Politik, Kirche und Gesellschaft unterzeichnet, darunter der Berliner Bischof Wolfgang Huber, Brandenburger Landtagsabgeordnete und die Cottbuser Oberbürgermeisterin Karin Rätzel (parteilos). Ihr warf Landrat Friese mangelnden Respekt vor der Selbstverwaltung einer anderen Kommune vor.
Von Hagens hat inzwischen Vergleiche seiner Informationsveranstaltung in Guben mit Massenveranstaltungen der NS-Zeit scharf zurückgewiesen. Damit würden die Nazizeit verharmlost und deren Opfer beleidigt. Am Mittwoch hatten Plastinations-Gegner in Guben vor der Stadtverordnetenversammlung protestiert.
(Eig. Ber./sim)