Doch noch immer hat er ein Büro im wiederaufgebauten Stadtschloss.

Und mit dem ehemaligen Cottbuser OB-Referenten Wieland Eschenburg, einem alten Bekannten, hat Platzeck weiterhin einen Mitarbeiter, der auf Landeskosten für ihn tätig ist. Was die Opposition im Potsdamer Landtag schäumen lässt. Der Haushaltsausschuss des Potsdamer Landtags habe dem ehemaligen Ministerpräsidenten zwar 2013 ein Büro und einen Mitarbeiter aus dem Etat der Staatskanzlei bewilligt, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Axel Vogel. Aber nur für 18 Monate. "Und die 18 Monate dürften jetzt vorbei sein."

Dagegen verweist Regierungssprecher Thomas Braune darauf, dass die Unterstützung für Platzeck erst Ende August auslaufe. Und der SPD-Fraktionschef Klaus Ness erklärt, seine Fraktion habe den Beschluss gefasst, "ehemaligen Ministerpräsidenten der SPD anzubieten, ein Büro bei uns zu nutzen, und zwar im Umfang von sechs Monaten je Amtsjahr." Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) beruft sich auf das Fraktionsgesetz. "Der Präsident überlässt den Fraktionen im Benehmen mit dem Präsidium des Landtages Räume zur Nutzung", heiße es dort.

"Die Fraktionen haben in den ihnen zugewiesenen Bereichen das Hausrecht und entscheiden selbst und in eigener Verantwortung über die Nutzung der Räumlichkeiten im Rahmen ihrer Fraktionsarbeit", so die Landtagspräsidentin.

Den Oppositionsvertretern allerdings reicht das nicht. Die Grünen wollen den Haushaltsausschuss einschalten, die CDU hofft auf eine Überprüfung durch Landesrechnungshof und Staatsanwaltschaft. "Es ist ein gravierender Verstoß gegen das Fraktionsgesetz", sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Jan Redmann. Er könne nicht erkennen, dass Platzeck weiterhin Aufgaben für die SPD-Fraktion wahrnehme. "Wenn eine Privatperson auf Kosten des Steuerzahlers ein Büro und Gelder zur Verfügung gestellt bekommt, sehe ich die Staatsanwaltschaft am Zuge."