Die Unterstützung des Freistaates Sachsen für den Wachstumskurs der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während Meissen-Geschäftsführer Christian Kurtzke sich erfreut zeigte, bemängelten Linke und Grüne im sächsischen Landtag das Vorgehen des Gesellschafters.

Finanzminister Georg Unland (CDU) hatte am Sonntag mitgeteilt, dass eine vom Freistaat gegründete Stiftung sämtliche Porzellanobjekte und Formen der über 300 Jahre alten Manufaktur für einen zweistelligen Millionenbetrag kaufen solle. Das Geld soll ins Unternehmen fließen.

Er und seine Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren intensiv daran gearbeitet, "die Manufaktur breiter aufzustellen und ihr so eine Zukunftsperspektive als internationale Luxus- und Lifestylemarke mit Schwerpunkt Porzellan zu eröffnen", erklärte Kurtzke. "Dass der Gesellschafter diesen Wachstumskurs nach eingehender Prüfung durch die KPMG jetzt deutlich unterstützt, ist für uns sehr erfüllend."

Der Freistaat hatte die Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG beauftragt, das Konzept Kurtzkes zu prüfen - und die weitere Finanzierung des Kurses von dem Ergebnis abhängig gemacht. "Ziel bleibt das wirtschaftliche Wachstum der Manufaktur mit dem Kerngeschäft Porzellan und die Sicherung der Arbeitsplätze in Meißen", sagte Unland.

Die Gründung einer Stiftung durch den Freistaat, die Porzellan-Objekte und Formen der Manufaktur mit Steuergeldern aufkaufen soll, sei de facto "eine verkappte Eigenkapitalerhöhung", erklärte der Linke-Finanzexperte Sebastian Scheel. Zunächst wolle er das KPMG-Gutachten und einen Rechnungshofbericht abwarten. Den Vorwurf der Linken, dass die Expansion der Traditionsmanufaktur in Richtung Luxuskonzerns mit hohen Risiken für den sächsischen Landeshaushalt behaftet ist, sehe er aber bereits bestätigt.

Für die Grünen kritisierte die finanzpolitische Sprecherin Franziska Schubert eine fehlende Beteiligung des Landtags. "Ich begrüße, dass endlich Bewegung in den Umgang mit der Porzellan-Manufaktur Meissen kommt. Das völlige Außenvorlassen des Parlaments ist bei einer so grundlegenden Gesellschafterentscheidung des Freistaats jedoch absolut unangemessen."

Kurtzke will mit dem Umbau des Unternehmens unter der Dachmarke Meissen Couture die rund 650 Arbeitsplätze sichern. Neue Produkte wie Mode, Schmuck und Möbel wurden ins Programm genommen. Wie er am Montag nach Rückkehr von einer Chinareise mitteilte, habe er in Shanghai einen Auftrag über vier Millionen Euro für Meissen Couture erhalten.