Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) hob dagegen hervor, dass die Gesetzesnovelle die Qualität der Kinderbetreuung deutlich steigern werde. Man sei "auf einem guten Weg".
Jährlich stehen laut Rupprecht zusätzlich vier Millionen Euro zur Verfügung: 2,5 Millionen Euro für die Feststellung von Sprachkenntnissen und 1,5 Millionen für den Bestandsschutz von Kindern, deren Familien vorübergehend den Rechtsanspruch auf Betreuung verlieren - etwa, weil ein Elternteil arbeitslos wird. Mit diesem Geld würden die Mehrkosten der Kommunen ausgeglichen, sagte der Minister in der ersten Lesung des Gesetzentwurfes. Es liege schon jetzt bereit, so dass sich die Einrichtungen an die Umsetzung der Maßnahmen machen könnten.
Die Regierung bleibe mit ihren Maßnahmen auf halber Strecke stehen, kritisierte Große. So sei es zu spät, erst im letzten Jahr vor der Einschulung mit der Sprachförderung zu beginnen. Fast ein Fünftel aller Kinder hätten Sprachprobleme und ein Viertel Entwicklungsstörungen oder -defizite. Weder sei die Aus-und Fortbildung noch die Sprachförderung durch die Erzieherinnen solide finanziert. Die PDS-Politikerin forderte einen Kita-Platz für alle Kinder sowie Rahmenbedingungen dafür, dass Kitas tatsächlich zu Bildungseinrichtungen werden.
Auch der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Sven Petke schlug einen uneingeschränkten Rechtsanspruch auf Betreuung für alle Kinder ab zwei Jahren vor. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Kita-Debatte auf Bundesebene gehe ich davon aus, dass Brandenburg diesen Rechtsanspruch mittelfristig einführt", sagte Petke der dpa. "Es war ein Fehler, den Rechtsanspruch für unter Dreijährige zu beschränken." Der Schritt sei eine der Ursachen für schlechte Wahlergebnisse der CDU gewesen.
Dazu bemerkte die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Jutta Lieske, die Union bleibe ein Finanzierungskonzept schuldig. "Versprechen ohne gedeckte Schecks sind billig."
(dpa/roe)