Der Berliner Architektur-Kenner Florian Mausbach will die einstige Villa Wolf am Neißeufer in Gubin wieder aufbauen. Dafür hat er eine deutsch-polnische Initiative gegründet, die bereits im März 2016 Experten aus aller Welt in Berlin zusammenbringen und über den Weg zur Rekonstruktion des von Mies van der Rohe errichteten Bauwerkes beraten will.

Die Villa Wolf, ein Wohnhaus mit mehr als 1000 Quadratmetern Wohnfläche über vier Etagen, gilt als Erstlingswerk des Moderne-Mitbegründers van der Rohe. Mausbach ist überzeugt, "dass das geplante Mies van der Rohe-Museum in der Villa Wolf international Aufmerksamkeit erlangen sowie Kultur- und Architekturtouristen locken würde".

Studenten der BTU Cottbus-Senftenberg haben unterdessen Entwürfe für ein deutsch-polnisches Begegnungszentrum auf den Grundmauern der Villa Wolf vorgelegt, die für den Cottbuser BTU-Professor Leo Schmidt "alle besser sind, als ein mehrere Millionen Euro verschlingender Wiederaufbau".

Skepsis gibt es in der Region aber auch, weil die Berliner Initiative auf EU-Mittel zur Finanzierung setzt. Für den Bürgermeister von Guben Fred Mahro (CDU) kommen Gelder aus dem neuen Interreg-Programm, das grenzüberschreitende Projekte fördert, "nicht infrage". Er sagt aber auch, dass die Situation um die Villa "nicht bleiben kann, wie sie zurzeit ist". Gubins Stadtoberhaupt Bartolomiej Barczak befürwortet wohl auch deshalb den Wiederaufbau der Villa Wolf.