Die auf dem Dresdner Theaterplatz campierenden Flüchtlinge wollen ihr Zeltlager trotz einer entsprechenden Aufforderung der Stadt vorerst nicht räumen. Das stellten zwei Akteure des Protestcamps am Montag klar. Dresden hatte zuvor Auflagen erlassen, wonach Zelte, Utensilien und Toiletten bis 20 Uhr zu entfernen sind. Die Stadt sieht darin kein Versammlungsverbot, weil auch "weiterhin auf dem begehrten Platz Meinungskundgabe stattfinden kann", wie es in einer offiziellen Stellungnahme hieß.

Die Flüchtlinge sehen sich durch die Auflagen in ihrer Sicherheit bedroht. Die Zelte würden nicht nur Schutz vor dem Wetter bieten, sondern auch vor Attacken von Neonazis. Die Organisatoren sehen sich Druck ausgesetzt, das Camp zu beenden. Wenn die Sicherheit gefährdet sei, müsse man die Form des Protestes ändern. Details wollten die Akteure nicht nennen. Sie fordern unter anderem volle Bürgerrechte, keine Unterkunft mehr in Heimen, die Möglichkeit einer Arbeitsaufnahme und eine bessere medizinische Betreuung. Wie lange das Camp noch steht, war offen.

Nach dem Ende der Pegida-Demonstration kam es am Abend am Theaterplatz zu Rangeleien zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten. Etwa zwei Dutzend Rechtsextreme versuchten, das Protestcamp zu attackieren. Die Polizei konnte die Lager allerdings schnell trennen.

Das Camp war nach Aussagen der Organisatoren am Samstag spontan nach einer Demonstration für Flüchtlinge entstanden. Nach Auskunft einer Sprecherin verbrachten mehr als 100 Menschen die Nacht zum Montag in dem Zeltlager, das unmittelbar vor der Semperoper steht.