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BTU veranstaltet Tag zum e-Learning
Mehr elektronische Lehrer?

Hell erleuchtet in tiefer Nacht: Das IKMZ am Zentral-Campus der BTU.
Hell erleuchtet in tiefer Nacht: Das IKMZ am Zentral-Campus der BTU. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus . Im digitalen Lernen sehen manche ein Allheilmittel, Kritiker sprechen von „Verblödung“. Jan Selmons

Beim „1. Tag der Lehre“ geht es heute an der BTU Cottbus-Senftenberg um das Lernen der Zukunft. E-Learning gilt manchen Befürwortern als das Wundermittel, mit dem die großen Fragen der Bildungszukunft beantwortet werden. Doch ganz unumstritten sind techniklastiges, digitales Lernen und Lehren nicht. Über Möglichkeiten und Grenzen diskutieren deshalb Experten an der Lausitzer Uni.

Die Lust auf mehr digitales Lernen ist nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung sowohl bei Schülern wie auch Lehrern groß. 70 Prozent der Lehrer sind davon überzeugt, dass digitale Medien ihre Schule attraktiver machen. Aber nur 23 Prozent glauben auch, dass die Lernergebnisse dadurch besser werden.

Für zielgerichtetes digitales Lernen in der Schule fehlt es laut Studie aber immer noch an Konzepten, Weiterbildung und der Technik an den Schulen. „Schule nutzt das pädagogische Potenzial des digitalen Wandels noch nicht“, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. „Digitale Medien können dabei helfen, pädagogische Herausforderungen zu bewältigen.“

Scharfe Kritik an der Studie übt der Hochschulprofessor und Buchautor Gerald Lembke („Die Lüge der digitalen Bildung: Warum unsere Kinder das Lernen verlernen“). Nach seiner Auffassung beleuchtet die Stiftung das Thema zu einseitig. „Die Haltung der Bertelsmann-Stiftung zum Thema Digitales ist grundsätzlich positiv. Auch in dieser Studie finden Sie auf 60 Seiten nur die Vorteile, nicht die Nachteile des digitalen Lernens“, sagt Lembke.