Berufstätige Lausitzer Eltern demonstrieren für längere Betreuungszeiten in den Kindereinrichtungen. Die Träger lehnen spätere Schließzeiten vielfach mit Verweis auf die unzureichende Finanzierung durch das Land Brandenburg ab. Der Unmut der abgewiesenen Familien entlädt sich auf der Straße – heute vor dem Potsdamer Landtag. Eltern, Träger von Kindereinrichtungen und Kommunen protestieren, fordern mehr Geld.

In Sedlitz hat sich der Senftenberger Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) am Dienstag in den Protestzug von etwa 300 Demonstranten für mehr Kita-Personal eingereiht. Die Forderung geht an Brandenburg, mehr pädagogische Fachkräfte – auch für eine dritte Betreuungsstufe – zu finanzieren. Das beitragsfreie Vorschuljahr indes, das heute im Landtag abgesegnet werden soll, wird von Trägern und Kommunen heftig kritisiert. Danilo Fischbach, Sprecher der Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kinderpflege, begrüßt das Vorhaben ausdrücklich. Es schaffe endlich auch mehr Transparenz die Elternbeiträge betreffend. Und die sind in der Lausitz teilweise sehr hoch. Die Elterninitiative ringt um generelle Gebührenfreiheit für Kitas, denn diese seien als Bildungseinrichtungen zu betrachten.

Fischbach hält die aktuelle Forderung nach mehr Geld an das Land allerdings für fragwürdig. Er kritisiert, dass sich die Kommunen vor finanziellen Pflichten drückten. Und auch die Träger der Einrichtungen nähmen ihre Verantwortung nur mit dem einseitigen Fokus auf den Finanzierungsschlüssel im Land Brandenburg wahr und agierten damit zunehmend am Bedarf der Familien an Randbetreuungszeiten vorbei. Denn der Personaleinsatz werde nur spitz auf den Finanztopf passend gerechnet.

Was die Linke zur Demo-Ankündigung sagt

Und was unsere Reporterin Kathleen Weser kommentiert

Cottbus/Potsdam

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Senftenberg/Sedlitz