| 02:34 Uhr

Streit um Arsen in Ockerschlamm

Eisenschlamm liegt auf einer Halde. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv
Eisenschlamm liegt auf einer Halde. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv
Cottbus. In den Fließgewässern rund um den Tagebau Welzow-Süd sind keine erhöhten Arsenwerte nachweisbar. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das im Auftrag der Wasser- und Bodenverbände Oberland-Calau und Spree-Neiße angefertigt wurde. Simone Wendler

"Es bestehen an keiner Stelle Gefährdungen für Mensch und Natur", versichert Silvio Alich, Geschäftsführer des Verbandes Spree-Neiße.

Das Gutachten, für das an vier Stellen Proben genommen wurden, widerspricht Untersuchungen des Landesverbandes Brandenburg des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND). Die im April vom BUND vorgelegten davon abweichenden Zahlen bezeichnete der Gutachter als nicht prüffähig, weil weder Probennahme noch Untersuchungsmethode dokumentiert seien. Der BUND hatte im Frühjahr Zahlen veröffentlicht, wonach im Grabenaushub nahe des Tagebaus zum Teil erheblich erhöhte Werte von Arsen und anderen Schwermetallen gemessen wurden. Die Umweltschützer sehen die Quelle dafür im Grubenwasser des Tagebaus und vermuten eine Schwermetallanreicherung im Eisenocker, der sich in den Gräben absetzt.

Der Geschäftsführer des Brandenburger BUND, Axel Kruschat, übte seinerseits Kritik am Gutachten der Wasserverbände. Er kündigte gegenüber der RUNDSCHAU weitere Untersuchungen an: "Wir haben das Gutachten der Wasserverbände ausgewertet und selbst neue Proben genommen."

Kruschat sagte, der BUND habe schon im Frühjahr den Verbänden vergeblich ein Gespräch zum Thema angeboten. Verbandschef Alich wies das zurück: "Bei mir hat sich keiner gemeldet."