Dagegen sprach die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Zusammenhang mit dem BAMF von "Zuständen, die nicht tragbar sind". Sie forderte in der "Bild am Sonntag" mehr Einsatz: "Dienst von Montag bis Freitag - das geht in diesen Zeiten nicht mehr. In den Kommunen und den Ländern arbeiten die Mitarbeiter im Schichtdienst, am Wochenende und kloppen Überstunden - das muss auch das Bamf leisten können."

Ähnlich hatte sich am Freitag schon der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), der Mainzer Ressortchef Roger Lewentz (SPD), geäußert: "Man kann auch samstags und sonntags durchaus tätig werden." Nach seinen Angaben liegen 300 000 alte Fälle auf Halde, einige hunderttausend weitere kämen dieses Jahr noch hinzu. Lewentz' CDU-Kollege Lorenz Caffier aus Mecklenburg-Vorpommern stieß in das gleiche Horn: "Im Zweifelsfall sind sogar im öffentlichen Dienst mal Überstunden möglich."

Aus dem Bundesinnenministerium verlautete Unverständnis für solche Kritik: "Die machen doch alle schon Tausende von Überstunden." De Maizière lobte Frank-Jürgen Weise, der seit Mitte September in Personalunion Bamf und Bundesagentur für Arbeit leitet: Dieser habe "mit seiner großen Management-Kompetenz hervorragend die Weichen für diesen Prozess gestellt und wird ihn auch zum Erfolg führen".

Das Bamf hat für die Bearbeitung der Asylanträge bisher 3300 Stellen, im nächsten Jahr sollen 4000 hinzukommen. Laut IMK-Chef Lewentz sagte Weise, es werde mindestens bis Mai nächsten Jahres dauern, bis die nötige Zahl der Entscheider arbeitsfähig sei.