Schmidt wies am Montag darauf hin, dass die sächsischen Behörden rechtlich keine Möglichkeit hätten, die Annahme des am Ursprungsort überprüften AKW-Schutts auf dafür geeigneten Deponien im Freistaat zu unterbinden. "Allerdings haben die Betreiber der betroffenen Deponien in Sachsen bereits erklärt, dass sie bis auf vertraglich bereits gebundene Lieferungen weiteren Bauschutt nicht annehmen werden und insofern die für dieses Jahr genehmigten 4000 Tonnen nicht ausschöpfen." Für 2015 bestehen über die 1000 Tonnen für Cröbern hinaus noch Vereinbarungen über die Einlagerung von insgesamt bis zu 3000 Tonnen schwach strahlenden Schutts. Sie stammen vor allem aus Stade, aber auch aus dem früheren AKW Würgassen in Nordrhein-Westfalen.

Neben Cröbern gibt es entsprechende Vereinbarungen auch mit den Deponien in Wetro (Landkreis Bautzen) und Grumbach bei Dresden (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge). Im vergangenen Jahr hatten in Grumbach Anwohner mit Mahnwachen und Demonstrationen gegen die Einlagerung protestiert.

"Außer Lippenbekenntnissen nach den Protesten in Grumbach hat sich die Politik des sächsischen Umweltministeriums offensichtlich nicht geändert", kritisierte Zschocke.

Schmidt forderte die Grünen auf, sich mit ihrer Kritik an ihren Parteifreund und Umweltminister in Niedersachsen, Stefan Wenzel, zu richten. "Weil der aus Sicht des Strahlenschutzes ungefährliche Bauschutt auf den Deponien in Niedersachsen aus ideologischen Gründen nicht angenommen wird, soll er auf Deponien in weiter Ferne gebracht werden."