Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern vertagte am Montag in Berlin eine geplante Entscheidung auf eine Sondersitzung am 22. April. Bis dahin soll eine Arbeitsgruppe aus sechs Landesministern den Durchbruch schaffen, sagte Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD).

Zwischen CDU- und SPD-regierten Ländern ist vor allem umstritten, ob bei der Verteilung der Mittel künftig auch Wanderungssalden von Studienanfängern berücksichtigt werden, wie es die SPD fordert. Sachsen würde von diesem Modell, bei dem das Geld den Studenten folgt, finanziell profitieren. Nach dem Treffen vom Montag scheint diese Lösung jedoch vom Tisch. „Als grundsätzlich neues Modell ist es vorerst nicht durchsetzbar“, räumte Stange im Gespräch mit der RUNDSCHAU ein. Dafür seien weitere Schritte in der Förderalismuskommission nötig.

Bundesministerin Annette Schavan (CDU) sprach sich derweil gegen „neue Spielregeln“ aus. Die Einführung neuer Bedingungen würde eine Einigung nur weiter verzögern.

Statt „spitz“ abzurechnen seien jetzt aber pauschale Zuweisungen im Gespräch, sagte Stange der RUNDSCHAU. „Mit diesem Modell könnte Sachsen leben.“ Sie bleibe „optimistisch“, da man sich im Grundsatz einig sei, dass es besonderer Regelungen für den Osten und die Stadtstaaten bedürfe, die künftig viele Studenten aus anderen Ländern aufnehmen und über ihren Bedarf ausbilden. Die Studienanfängerzahlen in Sachsen könnten andernfalls nach Expertenberechnungen von 20 000 auf 13 700 einbrechen.

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer sollen nun auf ihrer Sitzung im Juni die drei großen Hochschulprogramme „Exzellenzinitiative“, „Pakt für Forschung und Innovation“ sowie „Hochschulpakt II“ mit insgesamt 16 Milliarden Euro verabschieden.

Beim Hochschulpakt hatten sich Bund und Länder verpflichtet, bis zum kommenden Jahr 91 000 zusätzliche Studienplätze und bis 2020 weitere 275 000 Plätze an Hochschulen aufzubauen.