Tausende Eltern müssen sich in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz ab Montag auf geschlossene Kita-Türen einstellen. Nach den gescheiterten Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern und einer bundesweiten Urabstimmung mit deutlich mehr als 90 Prozent Zustimmung haben die Gewerkschaften Verdi, GEW und dbb zu unbefristeten Streiks in den kommunalen Kitas aufgerufen.

Dabei könnte es in der Lausitz zuerst in Sachsen zu Streiks kommen, wie GEW-Pressesprecher Jürgen Thamm gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt. Nach Dresden dürften auch die Regionen um Bautzen, Kamenz und Görlitz bestreikt werden. Das hänge von der Dichte der kommunalen Kitas und der Streikbereitschaft vor Ort ab. In Hoyerswerda gebe es, so Thamm, zum Beispiel keine kommunalen Kitas.

Wie der Cottbuser Verdi-Se kretär Dirk Höntsch der RUNDSCHAU bestätigt, würden die rund 240 kommunalen Kitas in Südbrandenburg voraussichtlich erst nach Arbeitsniederlegungen in Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Königs Wusterhausen und Zossen in der kommenden Woche betroffen sein. Es werde rechtzeitige Informationen an die Eltern geben, sagt Höntsch.

Die Gewerkschaften fordern bundesweit eine Aufwertung des Berufs mit einer deutlich besseren Bezahlung. Der Arbeitskampf werde auch für Gewerkschaftsmitglieder von Kitas in freier Trägerschaft geführt, mit denen allerdings Friedenspflicht bestehe. Gewerkschaftssekretär Höntsch hält die Forderungen gegenüber den Arbeitgebern für überfällig, zumal in Südbrandenburg 80 bis 90 Prozent der Kita-Erzieher lediglich in Teilzeit beschäftigt seien. Sie könnten allein von der Entlohnung ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten.

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Bahn und ÖPNV Seiten 2 & 3