Die Lokführer wollen zum Ferienbeginn in Brandenburg, Sachsen und Berlin das gesamte Wochenende streiken. Von Samstag 2.00 Uhr bis Montag 4.00 Uhr sollen die Züge im Fern- und Regionalverkehr stehen bleiben, ebenso die S-Bahnen, kündigte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) an.

Die Bahn warnte vor massiven Einschränkungen und reagierte mit einem Ersatzfahrplan. In der Region stieß die Streikankündigung auf Kritik: Wer zum Ferienbeginn mit der Bahn verreisen wolle, müsse umplanen. Einige Gemeinden seien per Zug nicht mehr erreichbar - so einige Reaktionen in einer RUNDSCHAU-Umfrage . Der Bahnstreik betrifft auch den FC Energie Cottbus. Der Drittligist rechnet am Samstag zum Heimspiel gegen den MSV Duisburg (14 Uhr) mit etwa 8000 Zuschauern. Zum "Lauzi-Tag" erwartet der Verein vor allem viele Familien mit Kindern. Energie-Sprecher Lars Töffling sagt: "Dieser Streik ist für unsere Fans und für uns als Verein natürlich eine Katastrophe." Er verweist auf die Parkflächen an den Messehallen und in der Parzellenstraße .

Mit dem Streik will die GDL die Bahn zu Entgegenkommen im laufenden Tarifkonflikt zwingen. Das kam am frühen Abend: Die Bahn bot den Lokführern fünf Prozent mehr Lohn. Vergebens, die Gewerkschaft hält trotz des neuen Angebots am Streik fest. GDL-Chef Claus Weselsky nannte die Offerte ein "Scheinangebot" der Bahn, mit dem die Solidarität unter den GDL-Mitgliedern ausgehebelt werden solle. Es sei nicht geeignet, in Verhandlungen einzusteigen.