So soll in den nächsten Jahren an der Dresdner Technischen Universität die Juristische Fakultät geschlossen werden. Zudem ist laut einem Zeitungsbericht im Gespräch, die Leipziger Geowissenschaften nach Freiberg umzusiedeln und das Leipziger Bauingenieurwesen nach Dresden zu verlagern. In Chemnitz sollen die Chemie und die Romanistik geschlossen werden, in Freiberg die Mathematik. Ferner sollen die Wirtschaftswissenschaften von Chemnitz und Freiberg fusionieren.
Für Furore sorgt besonders die Schließung der Dresdner Juristen-Fakultät mit rund 70 Personalstellen. Die Ausbildung soll künftig in Leipzig erfolgen. In Dresden wird stattdessen eine privat finanzierte "School of law" (Schule des Rechts) aufgebaut, bestätigte Wissenschaftsminister Matthias Rößler (CDU) gegenüber der RUNDSCHAU. Die noch in Dresden immatrikulierten Jurastudenten könnten aber ohne Einschränkungen zu Ende studieren.
Dekan Ulrich Fastenrath forderte dagegen die Staatsregierung auf, das "unverantwortliche Vorhaben zu revidieren". Mit einer Schließung der Dresdner Fakultät würden Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe wertlos. Zudem gehöre die Juristenausbildung zum Programm einer Volluniversität.
Der beabsichtigte Umzug wird indes in Leipzig begrüßt, wenn ausreichend Gelder bereitgestellt werden. Derzeit, so sagte Uni-Kanzler Peter Gutjahr-Löser dieser Zeitung, sei nicht einmal genug Geld da, um Bücher zur aktuellen Änderung des bundesdeutschen Schuldrechtes anzuschaffen. Es sei aber nachvollziehbar, statt zwei schlecht ausgestatteter juristischer Fakultäten eine reell finanzierte zu betreiben, erklärte Uni-Sprecher Volker Schulte. Zu den Vorschlägen liege aber keine offizielle Benachrichtigung vor. Ein Wegfall der gerade erst ausgebauten Technikwissenschaften seien aber für die grenzüberschreitende Forschung und Lehre in Leipzig "sehr schmerzhaft", so Schulte. "Große Anstrengungen der vergangenen Jahre würden zunichte gemacht."
Minister Rößler betonte derweil gegenüber der RUNDSCHAU: "In den Hochschulkonsens-Gesprächen haben die Universitäten von uns klare Vorgaben gefordert. Diese werden nun vorgelegt." Sie würden sich an den Vorschlägen der Hochschulentwicklungskommision orientieren. Jetzt müssten die Senate beraten. Der Rektor der TU Chemnitz, Günther Grünthal, erklärte indes, die aktuellen Aussagen entsprächen nicht dem Stand der Verhandlungen. Ein Papier aus dem Ministerium sei ihm nicht bekannt. Fest steht jedoch: Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) will bis zum Frühsommer das Konsenspapier unter Dach und Fach haben.