Der Pilot eines Strausberger Learjets, der im September auf Bornholm verunglückte, muss für zehn Monate ins Gefängnis. Das entschied ein Gericht in der Inselhauptstadt Rønne am Freitag. Ferner wurde dem Mann für fünf Jahre das Recht entzogen, in einem Luftfahrzeug zu arbeiten. Nach seiner Strafe wird er mit einem sechsjährigen Wiedereinreiseverbot aus Dänemark ausgewiesen.

Angeklagt war der Iraner wegen Betrugs - er hatte auf Bornholm mit einer zuvor gekündigten Kreditkarte sein Flugzeug betankt -, Urkundenfälschung und weil er seinen Passagier fahrlässig in Lebensgefahr gebracht hatte. Wie der dänische Fernsehsender "TV2 Bornholm" am Freitag berichtete, überlege der Pilot noch, ob er in Berufung gehe: Die Verteidigung hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von lediglich 30 Tagen, die Anklage eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert.

Während des Prozesses waren zahlreiche, teils spektakuläre Details ans Tageslicht gekommen: So war sein Flugzeug in Deutschland seit Monaten abgemeldet und hätte niemals starten dürfen. Im Flugzeug fanden die Ermittlungsbehörden gefälschte Pilotenscheine, auch die Identität des Mannes war lange unklar. Deutsche Behörden haben wegen verschiedener in Deutschland begangener Betrugsdelikte die Auslieferung des Mannes beantragt.

Das dänische Justizministerium hat nach Angaben von "Danmarks Radio" diesem Ersuchen bereits stattgegeben. In Brandenburg hatte die Tatsache, dass der Iraner mit einem nicht zugelassenen Flugzeug von Strausberg aus durch halb Europa flog, unter anderem dazu geführt, dass die CDU vor Terrorgefahr warnte und sich der Verkehrsaus schusses im Potsdamer Landtag mit dem Thema befasste.

Dabei kritisierte der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Rainer Genilke, besonders die Arbeitsweise der Oberen Luftverkehrsbehörde der Länder Berlin und Brandenburg. Wie Genilke der RUNDSCHAU sagte, wolle er das Thema weiter verfolgen. Deswegen gebe es am 16. Januar ein Gespräch zwischen ihm, Verkehrsstaatssekretär Rainer Bretschneider und dem Direktor der Behörde, Wolfgang Fried.