ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Strategien gegen Lügen und Hass

Cottbus. Was tun gegen Hass und Lüge, Bedrohung und Manipulation im Internet? Vor allem Politiker stehen im Fokus, aber auch Medien. Ob die Hasstiraden im Netz zugenommen haben, darüber sind sich Medienforscher uneinig, geht aus einer RUNDSCHAU-Recherche hervor. Simone Wendlerund Christian Taubert

Der Professor für Wirtschaftsinformatik und Online-Forschung an der Cologne Business School, Dietmar Janetzko, stimmt aber mit vielen Experten überein, "dass die Distanz des Internets enthemmend wirkt".

Dem fügt Sozialpsychologe Professor Ulrich Wagner von der Uni Marburg hinzu: "Die Live-Reaktion des Gesprächspartners steuert als Rückmeldung unser Verhalten." Aber diese fehle oft im Internet. Vielen Usern gehe es, so Wagner, oft weniger um die direkte Beschimpfung, sondern um Bestätigung durch andere: "Diese Leute wollen nicht wissen ob, sondern nur dass sie recht haben und das schaukelt sich hoch."

Der Bundestag hat derweil ein umstrittenes Gesetz beschlossen. Danach sollen Firmen wie Facebook dafür sorgen, dass strafrechtlich relevante Inhalte zeitnah gelöscht werden. Kritiker fürchten aber um die Meinungsfreiheit, wenn die Internetgiganten aus Angst vor teuren Strafen zu großflächig löschen. Medienforscher fordern indes: Es müsse in einer Demokratie möglich sein, konträre Positionen vorzutragen, ohne die andere Seite fertigzumachen. "Wir können auf Dauer nicht nur übers Netz kommunizieren, wir müssen uns ab und zu auch in die Augen sehen", sagt Ulrich Wagner.

Sein Kollege Dietmar Janetzko fordert eine Versachlichung der ganzen Diskussion. Polemisch aufgeladene Begriffe wie "fake news" sollten gänzlich vermieden werden.

Thema des Tages Seite 3