Sie kommen alle aus Afrika, so wie Bensouda.

Die Juristin aus Gambia, die seit 2004 stellvertretende Chef anklägerin am IStGH ist, soll im Sommer 2012 die Nachfolge ihres Chefs Luis Moreno-Ocampo antreten. Bensouda wuchs als Tochter eines Beamten und einer Hausfrau in der gambischen Hauptstadt Banjul auf. Nach der Schule verließ Bensouda das kleine westafrikanische Land, nach einem Jura-Studium im nigerianischen Lagos kehrte sie 1987 jedoch zurück. Bensouda arbeitete zunächst als Staatsanwältin und machte schnell Karriere: 1998 wurde sie Generalstaatsanwältin und Justizministerin. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Staatsdienst eröffnete Bensouda ihre eigene Rechtsanwaltskanzlei und war kurzzeitig auch Geschäftsführerin ein Privatbank. Schon nach wenigen Monaten kehrte sie der Finanzwelt wieder den Rücken und ging an den Internationalen Strafgerichtshof (ICTR) für Ruanda. Für das Sondertribunal untersuchte die 50-Jährige fast drei Jahre lang den Völkermord in Ruanda, wo 1994 bei Massakern bis zu 800 000 Menschen ermordet wurden. 2004 wurde die Mutter zweier erwachsener Söhne und einer Adoptivtochter als Vize-Chefanklägerin nach Den Haag geholt.

Künftig warten große Herausforderungen: Sie muss weiter versuchen, den sudanesischen Präsidenten Baschir vor Gericht zu bringen, außerdem stehen Milizenchefs aus der Demokratischen Republik Kongo und kenianische Politiker auf der Liste der IStGH-Ankläger. „Ich mag das, was ich tue“, sagt Bensouda. „In dieser Position kann ich Opfern die Stimme geben, die sie brauchen.“