"Der frühere Innenstaatssekretär und heutige Staatskanzleichef, Rudolf Zeeb, war spätestens seit Oktober 2014 darüber informiert, dass die stellvertretenden Landesbranddirektoren, entgegen der damaligen Praxis, zur Nutzung von Kommandofahrzeugen der Feuerwehr nicht berechtigt waren", sagte Redmann. "Ihm war des Weiteren bekannt, dass auch Fahrten vom Wohn- zum Arbeitsort rechtswidrig waren und den Verdacht der Strafbarkeit begründen." Vor dem Brandenburger Landtag habe Zeeb aber im April erklärt, dass ihm eine unrechtmäßige Benutzung des Dienstwagens durch Woidkes Büroleiter nicht bekannt sei. "Wie wir seit heute wissen, war das glatt gelogen", so Redmann. "Zeeb wusste es nicht nur, er hat darüber hinaus als Chef der Staatskanzlei diese Rechtsverstöße täglich geduldet." Die CDU forderte Woidke am Montag auf, ein Disziplinarverfahren gegen seinen Staatskanzleichef einzuleiten. "Ob sich Zeeb durch sein Verhalten der Strafvereitelung schuldig gemacht hat, kann nur die Staatsanwaltschaft klären", so Redmann.

Unklar war am Montag indes, wie lange Zeeb überhaupt noch im Amt als Chef der Staatskanzlei verbleibt. Im Umfeld des Landtags war am Montag zu hören, dass Zeeb erneut mit Woidke aneinandergeraten sein soll. Man gehe davon aus, dass der SPD-Politiker das Ende der Woche nicht mehr als Chef der Staatskanzlei erleben werde, hieß es.

Zeeb hatte bereits vor der Sommerpause ein Rücktrittsgesuch an Woidke gerichtet. Nach Angaben von Regierungssprecher Andreas Beese war der offizielle Grund dafür jedoch die Büroorganisation in der Staatskanzlei nach dem Wechsel von Pranz ins Innenministerium. Das Rücktrittsgesuch war am Montag nach Angaben Beeses noch nicht zurückgezogen. Nach einer Aussprache zwischen Woidke, der sich zu dem Komplex rund um den Chef seiner Staatskanzlei bislang nicht offiziell äußern wollte, und Zeeb ging man in der Staatskanzlei aber auch am Montag noch davon aus, dass Zeeb nach Ende seines Urlaubs am 29. August wieder seine Dienstgeschäfte aufnehmen werde.

Zeeb selbst war am Montag für die RUNDSCHAU telefonisch nicht erreichbar.