Die Stadt habe schon vor Aufnahme der ersten Flüchtlinge eine Bürgerversammlung veranstaltet, bei der sich mit gut Zwei Drittel der Anwesenden eine klare Mehrheit für die Unterbringung der Betroffenen ausgesprochen habe. Seither sei die Zahl der Bedenkenträger weiter gesunken. Da es bisher keinerlei negative Vorfälle gab, sei die Zustimmung gewachsen.

Die Grünen lobten das Handeln. "Der Beschluss der Stollberger Räte zeugt von Weitblick und hohem zivilgesellschaftlichen Engagement. In dieser Kommune wird beispielgebend Verantwortung für Flüchtlinge wahrgenommen, wie man sich das auch von vielen anderen Gemeinden im Freistaat und im Kreis wünschen würde", sagte die Abgeordnete Petra Zais.

In der Stollberger Kirchgemeinde hält sich derzeit auch die sechsköpfige Familie Merjan aus Syrien auf, deren Fall zumindest sachsenweit bekannt wurde. Innenminister Markus Ulbig (CDU) hatte die Familie als Beispiel gelungener Integration gelobt, sich PR-wirksam mit ihr fotografieren lassen. Kurz darauf erhielt die Familie die Anordnung zur Abschiebung nach Bulgarien.