Er trägt oft T-Shirts, auf denen "Pegida" steht. Was nicht weiter auffallen würde, wenn er damit nicht gerade auf der Bühne von Pegida stehen würde. Was auch nicht weiter auffallen würde, wenn er da nicht gelegentlich auch was sagen müsste. Und das muss er etwa dann, wenn Lutz Bachmann (der Mann mit dem Bärtchen) "flach liegt" und Tatjana Festerling (die Frau mit der Mistgabel) gleichzeitig ein Gastspiel in Warschau gibt. Dann muss halt Siegfried Däbritz ran - die Nummer drei bei Pegida.

Weil aber Pegida nicht irgendeine fremden-, politik- und medienfeindliche Gruppierung im Großraum Dresden ist, sei über Siegfried Däbritz noch gesagt: Er mag Wein, Knarren und Weiberwitze und vertritt ein nicht näher bestimmbares politisches Anliegen, das mit diesen drei Dingen zu tun hat. Es hat überdies auch mit Flüchtlingen zu tun, weswegen Däbritz wohl die Einladung zu Tillichs Dankesparty am 26. Februar bekommen hat. Die Staatskanzlei spricht von einem Versehen. Eingeladen sind sonst eigentlich nur Leute, die sich "seit Wochen und Monaten in beeindruckender Weise für eine gute Aufnahme und Integration von Flüchtlingen einsetzen", wie es in der Einladung heißt.

Erst als Däbritz das freundliche Schreiben bei Facebook postete, fiel es den Einladern wie Schuppen von den Haaren. Damit er nun nicht lange überlegen muss, ob er im Pegida-Shirt da rein kann und ob er unter den 2000 geladenen Helfern, Ärzten, Kommunalpolitikern, Landräten und Landtagsabgeordneten auch wen zum Wein trinken findet, hat ihn die Staatskanzlei lieber wieder ausgeladen. Außerdem ist so ein hoch angebundenes Ereignis wirklich nichts für eine Nummer drei.