Trotz anhaltend schwieriger Bedingungen bei der Geldanlage werden in Sachsen unentwegt Stiftungen ins Leben gerufen. "Sachsen bleibt Stifterland, der Boom hält an, es gibt weiter viele Neugründungen, in diesem Jahr bisher allein mindestens zehn", sagte der Vorstand der Bürgerstiftung Dresden, Winfried Ripp, am Dienstag vor dem bundesweiten Tag der Stiftungen, der das Stiften noch stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken soll.

Er schätzt die aktuelle Zahl der rechtsfähigen Stiftungen im Freistaat auf rund 480, Ende 2013 waren es landesweit 466. Dazu kommen mehrere Hundert sogenannte Treuhandstiftungen, die nicht öffentlich registriert sind. Aktuelle Zahlen für 2014 liegen auch dem Bundesverband noch nicht vor. Sachsen sei aber spitze im Osten, wobei es sich überwiegend um kleinere und ehrenamtlich geführte Stiftungen handele. Mit zwölf Stiftungen pro 10 000 Einwohner rangiert der Freistaat nach dessen Angaben aber noch weit unter dem Bundesdurchschnitt von 25.

Dabei sind es weniger die klassische als Bürgerstiftungen, mit denen sich Bürger und Firmen für Museen oder Kindergärten, gesunde Ernährung oder medizinische Forschung, bedrohte Lebensräume oder Kulturdenkmäler und andere Dinge engagieren.

In einer Stiftung sei der Zweck im Gegensatz zu einem Verein festgelegt und das gespendete Geld damit sicherer. "Anders als zur früheren Projektitis werden mit Stiftungen jetzt langfristig Pflöcke eingeschlagen." Ein Problem bleibt laut Ripp die Geldanlage wegen anhaltend niedriger Zinserträge, für Unternehmens- und Staatsanleihen sei es weiter schwierig. Daher beteiligten sich auch sächsische Stiftungen an dem gemeinsamen Fonds der Bürgerstiftungen, was auch Kosten gegenüber den Banken spare.