Als selbst ernannter "Erik von Senftenberg" hat der Unternehmer und frühere Professor der Hochschule Lausitz "den sehr interessierten Passanten" in der Landeshauptstadt gezeigt, "was ihnen mit dieser Entscheidung entgeht". Der Parlamentschef habe leider keine "Tuchfühlung" mit den Toleranzglocken aufgenommen. Laut Fritsch gehören diese nicht zur von Knobelsdorff vorgenommenen Umgestaltung des Potsdamer Stadtschlosses von 1744 bis 1751. Grawert-May, der 50 000 Euro in die Nachgüsse investiert hat, dagegen erklärt, die Glocken seien im Jahr 1750 historisch belegt noch erklungen.

Der Landtagspräsident appelliert indes an die Bürger, dem Landesparlament nicht durch eigeninitiierte Spenden ihre persönlichen Vorstellung zur Gestaltung des neuen Brandenburger Landtages aufzudrängen.

Auf ein Umdenken in der Frage der Toleranzglocken hofft allerdings auch Klaus-Jürgen Graßhoff (CDU) weiter. Der Senftenberger Bürgermeister im Ruhestand stellt fest, auch das Fortunaportal sei einst gespendet worden. Und es gebe keinen Grund, die auch vor dem Hintergrund der politischen Entscheidungen an diesem Ort symbolträchtigen Glocken nicht als Geschenk anzunehmen. Der neue Landtag werde ein Funktionsgebäude, das dem historischen Potsdamer Stadtschloss nachempfunden werde, aber kein originalgetreuer Nachbau.