Die SPD-Politikerin Eva-Maria Stange, die für ein von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit unterstütztes Bündnis antrat, erhielt nach Angaben des Wahlamtes vom Sonntagabend 36 Prozent der Stimmen. Da sie die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit verfehlte, wird es am 5. Juli einen zweiten Wahlgang geben.

Dann wird Stange auch um Stimmen aus dem bürgerlichen Lager werben. "Wähler kann man nicht verpflichten, einen anderen Kandidaten zu wählen. Sie entscheiden mit dem eigenen Kopf." Um diese Wähler wolle man sich jetzt bemühen. Stange sagte das mit Blick für den Fall, dass CDU-Kandidat Markus Ulbig in der zweiten Runde nicht mehr weitermacht. Sie würde es aber sehr bedauerlich finden, wenn Ulbig nicht mehr antritt. Die Zahlen seien nicht so schlecht, um völlig aufzugeben.

Aus CDU-Kreisen war zu erfahren, dass man auf jeden Fall ein bürgerliches Stadtoberhaupt bekommen will. Denkbar ist demnach eine Unterstützung für den freien Bewerber Dirk Hilbert (FDP). Markus Ulbig habe den Ersten Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) für Montag zu einem Gespräch eingeladen, sagte der Generalsekretär der sächsischen Union, Michael Kretschmer, am Sonntagabend. Ulbig lag im ersten Durchgang nach Auszählung fast aller Wahlbezirke abgeschlagen bei 15 Prozent. Hilbert, der für ein unabhängiges Bündnis angetreten war, bei knapp 32 Prozent.

Bei den Landratswahlen lag die CDU in allen zehn Kreisen vorn: In Bautzen gewann Amtsinhaber Michael Harig mit 72,4 Prozent Stimmenanteil deutlich vor Herausforderer Jens Bitzka aus Lauta mit 27,6 Prozent. Auch in Görlitz bleibt mit Bernd Lange der alte Landrat unangefochten - er erhielt 73 Prozent.