Defizitäre Regionalflughäfen, teure Weingüter, eine Meeresfischzucht fernab der See - Ausflüge von Kommunen in die Wirtschaft enden laut Steuerzahlerbund oft als Flop. Im aktuellen "Schwarzbuch" über öffentliche Verschwendung wirft der Verband vielen kommunalen Firmen vor, unrentabel zu arbeiten und teils jahrelang künstlich am Leben gehalten zu werden. "Dieser Missstand muss ein Ende haben", forderte Verbandspräsident Reiner Holznagel.

Der Steuerzahlerbund in Sachsen attestiert Kommunen und Behörden einen besseren Umgang mit Geld als früher. "Das Kostenbewusstsein ist gewachsen. Man möchte Schaden vom Steuerzahler fernhalten", sagte Knut Schreiter, Vizepräsident des sächsischen Steuerzahlerbundes. Im Vergleich zu anderen Bundesländern stehe Sachsen "nicht ganz schlecht" da.

Zwei Fälle werden aber auch aus Sachsen genannt. Zum einen wird der Zweckverband "Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen" (Kisa) angezählt, der Kommunen bei der Beschaffung von Hard- und Software unterstützt. Laut Steuerzahlerbund ist er tief in die roten Zahlen geraten. "Schuld sind offenbar Missmanagement und Fehleinschätzungen." Letztlich sei ein Fehlbetrag von fünf Millionen Euro entstanden.

Zum anderen geht es um das Weingut Hoflößnitz GmbH, ein kommunales Unternehmen der Stadt Radebeul. Es liefere neben edlen Tropfen auch rote Zahlen, stellte der Steuerzahlerbund kritisch fest. 2013 habe es 90 000 Euro Verlust gegeben. Das Weingut wies die Darstellung zurück und sprach von "schlampigen Recherchen".