Hinzu kommt: 38 Brandenburger offenbarten sich noch in den letzten Dezembertagen und gingen nur aufgrund des Jahreswechsels in die Statistik für 2015 ein. So werden von den schärferen Regeln 2015 nur 61 Fälle erfasst.

Die Zahlen zeigten, dass die Verschärfung des Gesetzes nicht das passende Mittel zur Abschreckung vor Steuerhinterziehung gewesen sei, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke). Stattdessen müsse die Strafbefreiung bei einer Selbstanzeige abgeschafft werden. "Denn die niedrigen Fallzahlen in diesem Jahr belegen, dass sich viele Steuerhinterzieher taktisch noch vor der Gesetzesänderung angezeigt haben", so Görke. Klar sei auch, dass diese Form der Steuerhinterziehung trotz der Gesetzesverschärfung weiter ein Problem sei. "Steuerhinterziehung muss daher wie jede andere Straftat behandelt werden". Entsprechende Vorstöße des Ministers scheiterten im Bundesrat.

Zum Thema:
Schärfere Regeln für Steuersünder, die mit einer Selbstanzeige straffrei davonkommen wollen: Ab einem Betrag von 25 000 bis 100 000 Euro hinterzogener Steuern muss ein Strafzuschlag von zehn Prozent gezahlt werden. Ab 100 000 Euro sind 15 Prozent und ab einer Million Euro 20 Prozent fällig. Zudem verjähren die Taten erst nach zehn Jahren.