ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

Steuer-Millionen in Mühlberg versenkt

Lauchhammer/Mühlberg. Die Vestas Blades Deutschland GmbH in Lauchhammer wird auch 2017 keine Windflügel im Elbehafen in Mühlberg umschlagen. Der Hafen wurde 2011 besonders für dieses Unternehmen für 2,4 Millionen Euro ertüchtigt. Frank Claus

Aus der Traum: Der Windflügel-Hersteller Vestas in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) wird kein Antriebsmotor für die wirtschaftliche Belebung des Elbehafens Mühlberg (Elbe-Elster). Wie eine Unternehmenssprecherin erklärt, seien "die Kosten für den Transport auf der Straße derzeit im Vergleich zum Schiffstransport so viel niedriger", dass "keine Wettbewerbsfähigkeit besteht". Das Land Brandenburg hatte den Hafen 2011 mit 2,4 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II ertüchtigt. Weil die Stadt Mühlberg den zehnprozentigen Eigenanteil nicht erbringen konnte, sind die Städte des Regionalen Wachstumskerns Westlausitz (Senftenberg, Schwarzheide, Lauchhammer, Finsterwalde, Großräschen) und die Landkreise eingesprungen. Ursprünglich wollte Vestas 300 Rotorblätter jährlich verschiffen. Soviel sind es bis heute insgesamt nicht. Als Millionengrab sieht das Brandenburger Infrastrukturministerium den Hafen dennoch nicht. Mit der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) gebe es einen Partner, der Güter umschlage, wenn auch "auf niedrigem Niveau". 2015 seien es 6500, 2016 immerhin 9500 Tonnen gewesen. SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff: "Das Ergebnis ist vertretbar. Hafeninfrastruktur muss entwickelt und vermarktet werden, das geht nicht von heute auf morgen." Auf Vestas-Vorwürfe, Mühlbergs Hafenkapazitäten seien für den Umschlag der Flügel der neuen, längeren Generation nicht ausgelegt, entgegnet Heiko Loroff: "Wir sind in der Lage, die Flügel in allen Häfen der SBO umzuschlagen." Lausitz Seite 2